| Wespen/Bienen/Hummeln/Hornissen |
Wespen, Bienen, Hummeln und HornissenJeden Sommer häufen sich die Klagen über Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen. An süßem naschende Wespen oder ein Hummelnest im Schulhof sind einige Beispiele solcher Konflikte. Alle sozialen Wespen- und Hummelarten bilden im Gegensatz zu der Honigbiene ein nur für wenige Monate bestehendes Volk. Häufig ist nicht bekannt, dass Wespen durch die Bejagung von Ernte-, Garten- und Forstschädlingen eine ökologisch und ökonomisch wichtige Bestandsregulation ausüben. Der Bekämpfung störender Nester sind jedoch Grenzen gesetzt, denn die Hornissen (Vespa crabro) und die Hummeln (Bombus spec.) sind besonders geschützt. Sie dürfen grundsätzlich nicht ohne besondere Genehmigung bekämpft werden. Hier stehen oftmals hohe Geldstrafen auf die Vernichtung der Tiere. Tipps bei Stichen Vergleichen und Erkennen:
WespenBei den Wespen wird unterschieden zwischen den Feldwespen die sehr selten sind, den Langkopf- sowie den Kurzkopfwespen. Der Unterschied zwischen der Langkopf- und der Kurzkopfwespe besteht im Abstand vom unteren Augenrand bis zum Kauwerkzeug und ist für den Laien schwer zu erkennen. Der Nestzyklus der Langkopfwespe beginnt im Mai und dauert ca. zwei Monate. Sie bauen etwa fußballgrosse hängende Wabenetagen (Nester) aus einer papierartigen Holzmasse (zerkleinertes Holz mit Speichel vermengt). Hat das Nest bereits die beschriebene Größe erreicht ist eine Umsetzung wenig sinnvoll, weil der Nestzyklus ohnehin bald beendet ist. Die Kurzkopfwespe hingegen baut ihr etwa doppelt so großes Nest hauptsächlich im Erdreich. Der Nestzyklus beginnt im April und dauert bis Ende Oktober. Wespen sind Allesfresser (Aas, erbeutete Insekten, süße Pflanzensäfte, Lebensmittel) und ein Nest kann 1.000 bis 10.000 Tiere beherbergen. Grundsätzlich werden vorhandene Nester im folgenden Jahr nicht erneut besiedelt. Es ist aber möglich, dass sich Wespen über mehrere Jahre hinweg an der gleichen Stelle ein Nest errichten. Dies hängt in erster Linie von dem Standort ab. Bei einem Stich werden Alarmpheromone freigesetzt, die wiederum weitere Tiere anlocken und zum Stich animieren. Das Gift führt bei einigen Menschen zu einer allergischen Reaktion.
Wenn möglich, bitte ...- Den natürlichen Lebensraum erhalten und für ausreichende Nistmöglichkeiten sorgen
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
Länge | Spannweite | Rüssel | |
| Königin | 17 bis 20 mm | 35 bis 38 mm | 11 bis 12 mm | |
| Arbeiterinnen | 8 bis 18 mm | 19 bis 32 mm | 8 bis 10 mm | |
| Drohnen | 14 bis 16 mm | 28 bis 32 mm | 7 bis 9 mm |
Hummeln sind in der Lage sich bei Gefahr gegenseitig zu alarmieren, gelten im Allgemeinen aber als ungefährlich.
Hummeln können beißen. Die Arbeiterinnen können auch mit ihrem Wehrstachel stechen; sie verfügen jedoch nur über einen relativ schwach ausgebildeten Stechapparat. Beim Stich wird ein Gift auf das Opfer übertragen. Viele Quellen geben an, dass Hummeln ihren Stachel zwar ausfahren können, es ihnen aber mangels oder aufgrund zu schwach ausgebildeter, notwendiger Muskeln, wie sie etwa Bienen haben, nicht gelingt, den Stachel aus eigener Kraft durch die Haut von Menschen zu stoßen. Tritt jemand auf eine Hummel, kann es jedoch durchaus zu einem Stich kommen, weil dann der Widerstand des Bodens die fehlenden Muskeln ausgleicht. Dasselbe ist auch beim Festhalten einer Hummel möglich.
Im Gegensatz zu den anderen staatenbildenden Stechimmen, die ihr Nest bei einer Störung und Gefahr gelegentlich auch sehr aggressiv verteidigen, stechen Hummeln eher selten. Das heißt, sie stechen nur dann, wenn sie sich wie zum Beispiel beim Quetschen ihres Körpers bedroht fühlen. Befürchten sie einen Angriff auf ihr Nest, legen sie sich bedrohlich brummend auf den Rücken. Wenn darauf kein Rückzug erfolgt, kann es auch zu Attacken mit Bissen und Stichen kommen. Die verschiedenen Hummelarten haben ein unterschiedlich ausgeprägtes Aggressionspotenzial, unter ihren Verwandten sind jedoch die Hummeln die friedlichsten Wehrstachelträger. In den Hummelnestern gibt es Milben, die als Nützlinge den Kot verwerten und damit für Hygiene sorgen. Hummeln gehören neben Bienen und Fliegen zu den wichtigsten Bestäuberinsekten.
Ihre Temperaturunempfindlichkeit ermöglicht es Hummeln, weitaus länger als Bienen auf Nahrungssuche zu sein. Hummeln fliegen täglich in bis zu 18 Stunden bis zu 1000 Blüten an, um Nahrung zu suchen, selten mehr als zwei verschiedene Blütenarten je Flug. Einige Pflanzenarten, zum Beispiel Taubnesseln, werden ausschließlich von langrüsseligen Hummeln während der Nektarentnahme bestäubt. Sie bestäuben neben anderen auch viele Obstarten.
Sandbienen (Solitärbienen)
|
|
||
| Königin | Drohne | Arbeiterin |
Der Nestzyklus der Sandbienen erstreckt sich von Mai bis August. Sandbienen graben an sandigen Plätzen (z.B. Spielplätze, Kita) Gänge in den Boden und richten hierin ihre Nester ein. Erkennbar sind die Nester an vielen kleinen Löchern im Boden an deren Eingang sich kleine Sandhügel befinden. Von Sandbienen geht im allgemeinen keine Gefährdung aus. Sie stehen unter Naturschutz und ihre Nester können
nicht umgesetzt werden.Sollten Sie ein solches Nest in Ihrem Garten vorfinden, markieren Sie die Eingänge/ den Bereich drumherum und meiden Sie nach Möglichkkeit die Einflugschneisen und den Bereich um die Eingänge.
Mauerbienen (Solitärbienen)
Aus dem Namen leitet sich ab, dass Mauerbinen im Mauerwerk ihre Eier in vorhandene Risse und Löcher ablegen. Der Nestzyklus erstreckt sich hier ebenfalls von Mai bis August. Auch von Mauerbinen geht im allgemeinen keine Gefährdung aus. Sie können nicht umgesetzt werden.
Bienenvölker können eine maximale Volksstärke von bis zu 10.000 Tieren erreichen.
Hornissen
Oftmals wird eine Wespen- Königin mit einer Hornisse verwechselt. Die Hornisse ist lediglich als "Großwespe" anzusehen. Der Nestzyklus der Hornissen beginnt im Mai und endet im Oktober. Ein Hornissenvolk besteht aus 300 bis 1.000 Tieren. Sie ernähren sich von Insekten (unter anderem von Wespen!) und von Pflanzensäften - nicht von Frühstücksbrötchen! Hornissen sind etwa 3-4 cm groß und an ihrer bräunlich-gelben Färbung gut zu erkennen. Hornissennester können frühestens ab Mitte Juni umgesetzt werden. Hornissen "ziehen um" wenn der Platz für das vorhandene Nest zu klein wird. Das neue Heim wird dann als Sekundärnest bezeichnet. Etwa ein zehntel der Hornissen eines Stammes können stechen bis zu 800 Stiche sind nötig, um einem Mensche eine lebensbedohliche Giftmenge zu übertragen. Der Mythos der hohen Gefhärlichkeit der Hornisse ist längst wiederlegt.

Mythen und Fakten
Insektengiftallergien sollen zumindest so alt wie die Menschheit sein. Durch die Medien aller Facetten geistert immer wieder der Fall von Pharao Menes, der bereits 2640 v.Chr. am Stich einer Wespe gestorben sein soll. Zumindest dieser Fall ist offenbar auf einen schlechten Scherz zurückzuführen. Die absoluten Zahlen zu der Häufigkeit der Insektenstichallergie in der Bevölkerung schwanken zwischen unter einem bis 5 %. Hierbei gilt aber zu beachten, daß der berüchtigste anaphylaktische Schock, der lebensbedrohliche Zustand nach einem einzigen Stich, die Extremform der Insektengiftallergie darstellt (Grad IV). Viele Allergiker zeigen dahingegen "nur" eine stärkere Reaktion auf den Stich.
Was ist normal nach einem Insektenstich ?
Wird man von einer Biene, Wespe, Hummel oder Hornisse gestochen, so sind folgende Reaktionen zu erwarten
- ziehender, "stechender" Schmerz an der Einstichstelle und Umgebung
- Anschwellen der Einstichstelle und Umgebung (Größe und Umfang dieser Schwellung sind von der Hautstelle und der eigenen Sensibilität abhängig; sie sollte jedoch grundsätzlich nur regional im Bereich von bis zu 10 cm um die Einstichstelle erfolgen)
- Erwärmung und Rötung der Einstichstelle
- Nachlassen der Schmerzen und der Schwellung innerhalb einiger Stunden; bei ungünstiger Stichlage und höherer Empfindlichkeit u.U. mehrere Tage andauernd
Wichtig ist zudem der Stichort - während an einer Stelle nahezu keine Reaktion erfolgt, kann ein Stich an anderer Stelle schwere Reaktionen hervorrufen. Dies liegt insbesondere an dem Verlauf von Adern und Lymphbahnen. Daher sind Stiche in Hände, Arme oder Beine in der Regel weniger dramatisch als Stiche im Kopf- und Gesichtsbereich.
Was ist nicht normal nach einem Insektenstich - Allergiesymptome
Folgende Symptome nach einem Insektenstich sind dahingegen Alarmzeichen, bei denen man sofort einen Arzt hinzuziehen sollte. Sie treten im Regelfall innerhalb weniger Minuten nach dem Stichereignis auf; können aber u.U. erst nach einigen Stunden (sehr selten sogar nach Tagen) auftreten:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Rötungen, Flecken und Schwellungen am ganzen Körper, bzw. an nicht durch den Stich betroffenen Körperteilen
- Krämpfe
- Schwindel
- Herzklopfen
- Bewußtlosigkeit
- starke Schmerzen, auch in nicht durch den Stich betroffenen Körperregionen
- beschleunigte Atmung
- Schweißausbruch
- Durchfall
- Stiche in Schleimhäute (z.B. im Mund, Hals, Rachen) können durch die starke Schwellung lebensbedrohlich sein - auch hier ist grundsätzlich ein Arzt hinzuziehen.
Das Problem der Insektengiftallergie ist, daß sie grundsätzlich jeden und in jedem Lebensabschnitt betreffen kann und erst durch einen Stich in - womöglich fatale - Erscheinung tritt.
Besteht nach einem Stich bereits der bloße Verdacht auf das Vorliegen einer Allergie, sollte man dies unbedingt mit einem Allergologen besprechen und testen lassen. Insbesondere bei Kindern ist dies essentiell. Der einfache und ambulant durchführbare Hauttest gibt schnell Aufschluß
Wann und wie sollten Insektengiftallergien behandelt werden ?
Wer ein Grad IV-Allergiker ist, sollte sich ernsthaft mit dem Gedanken einer Behandlung beschäftigen. Solche Allergiker müßen u.U. nach einem Stich innerhalb 30 Minuten in ärztliche Behandlung.
Insebsondere Kindern kann man kaum zumuten, den Sommer über in ständiger Furcht vor allem Fliegendem zu leben und damit von allen Freizeitaktivitäten ausgeschlossen zu werden. Denn es gibt kein "Universalrezept" zur Stichvermeidung.
Weder Repellentien (ätherische Öle, Autan, DEET, o.ä.) noch die allgemeingültigen Regeln zur Stichvermeidung sind eine Garantie für einen stichfreien Sommer.
Diese sind:
- Dosengetränke nur mit Strohhalm trinken
- Fallobst rechtzeitig aufsammeln
- nicht barfuß über Wiesen laufen
- nicht nach Insekten schlagen oder danach pusten
- Nester in Ruhe lassen, nicht versperren oder selber bekämpfen
- Nahrungsmittel abdecken (insbesondere süße)
- auf ungeeignete Abwehrmittel (mit Süßem gefüllte Fallen, UV-Elektrofallen o.ä.) verzichten da diese nur mehr Tiere anlocken und unspezifisch sind
- helle Farben tragen
- Körper bedeckt halten
- auf erschöpfte, auf dem Boden krabbelnde Tiere achten
Die Behandlung (Hyposensibilisierung) erlaubt dahingegen in fast 100% aller Fälle einen umfassenden Schutz nach Abschluß der Behandlung. Die Behandlung dauert unter Umständen bis zu 5 Jahren und kann durch nahezu jeden Betroffenen in Anspruch genommen werden (problematisch sind Partienten mit Immunsystemerkrankungen, Schwangere, Krebspatienten u.a.).












.jpg)

